Nestwärme auf Zeit

Aus dem Leben einer Pflegefamilie

Wenn die Familie von einem Tag auf den anderen wächst, um ein, zwei oder gleich fünf Kinder, um schwierige, anspruchsvolle, traumatisierte kleine Menschen – wenn woanders ein Notfall eintritt, das ist Alltag in einer Bereitschaftspflegefamilie. Das Unwort „Bereitschaftspflege“ bedeutet, von einer Minute zur anderen ein fremdes Kind anvertraut zu bekommen, dessen Eltern nicht mehr für den Nachwuchs sorgen können oder sollen. Womöglich wegen Gewalt, Drogen, Prostitution, Mißbrauch. Dann bekommt die Pflegefamilie ein neues Mitglied. Erst einmal für sechs bis acht Wochen. Vielleicht auch für länger. „Sie müssen das professionell sehen.“ Das sagen fast alle Pflegemütter. Aber sie sagen auch: ohne Gefühle geht es nicht. Professionelle Gefühle? Gibt es das? Wir begleiten die Familie Steigert in Emmendingen. Steigerts haben zwei - leibliche - Töchter und den 6jährigen Pflegesohn Niklas. Der Film beginnt, als Lars bei Steigerts als Bereitschafts-Pflegesohn einzieht. Lars ist 16, hat ein Alkoholproblem, gilt als selbstmord-gefährdet. Seine Mutter wird mit ihm nicht mehr fertig. Er soll für acht Wochen bei Steigerts bleiben. Für ihn ist es die vierte Pflegefamilie. Welche Herausforderungen oder Überforderungen warten auf Marianne Steigert (meist sind es die Frauen, die diesen ungewöhnlichen Beruf ausüben), wie kann sich Lars bei Steigerts integrieren? Von Steigerts aus begeben wir uns zu den weiteren Protagonisten: Zum Jugendamt, das die Entscheidung gefällt hat; zur Mutter von Lars; wir besuchen die Angehörigen des kleinen Niklas, und wir sind dabei, als eines Tages zwei neue Pflegekinder ein Bett brauchen...

"Sigrid Faltin ist hautnah dabei, erlebt jeden Fortschritt, jeden Rückschlag und liefert jenseits jeder Romantisierung ein realistisches Bild einer modernen Patchwork-Familie der besonderen Art... Unpathetisch und undramatisch verfolgt Sigrid Faltin die Entwicklungen und hält schlaglichtartig einige sehr emotionale Momente fest." (teleschau - der mediendienst)

"Das Beeindruckende dieses Films ist sein warmherziger und doch sachlicher Stil. Die Kamera nimmt sich Zeit, Situationen zu beobachten. Die Autorin stellt selbst Fragen, ohne sich aufdringlich nach vorn zu schieben, auch dies überbrückt die Distanz zwischen ihr und den Leuten und bezieht den Zuschauer mit ein." (Hans-Jörg Rother, Der Tagesspiegel)

"Der Filmemacherin ist es gelungen, die Geschichte dieser Familie und ihrer Schützlinge eindringlich darzustellen. Sie kommt sehr nah an ihre Protagonisten heran, ohne sie bloßzustellen." (Monika Herrmann-Schiel, Badische Zeitung)

"Eine verdienstvolle 90-Minuten-Reportage" (Der SPIEGEL)

Einen Mitschnitt des Films erhalten Sie für 25 EUR beim SWR unter 07221. 929-500 oder per Mail unter www.swr.de/unternehmen/mitschnittdienst. Unbedingt bitte den Filmtitel angeben!

Eine Produktion von

SWR

Ein Film von

Sigrid Faltin

Jahr

2009

Länge

90 Min.

Team

  • Kamera: Christian Zecha, Sigrid Faltin
  • Ton: Michael Geißer, Markus Siegle, Christian Lehmann
  • Schnitt: Ellen Scheider
  • Musik: Cornelius Schwehr
  • Mischung: Andreas Radzuweit
  • Redaktion: Gudrun Hanke-El Ghomri

Auszeichnungen

Medienpreis des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte Deutschlands 2010

„Wir machen Dokumentarfilme. Uns interessiert das wahre Leben.“
Sigrid Faltin, white pepper Film

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