Held der Straße

Alex und seine Marimba

Ein gläubiger Jude, gebürtig in New York, unterwegs als Straßenmusiker in Europa und anderswo, Chef eines globalen Kleinstunternehmens: Alex Jacobowitz. Er kennt die Städte Europas und ihre Regeln sehr genau: In München mußt Du Dir frühmorgens auf dem Ordnungsamt Deine Genehmigung abholen, in Freiburg darfst Du zur besten Zeit zwischen 12 und 16 Uhr nicht spielen (theoretisch jedenfalls), in Zürich sind die Straßenbahnen am Paradeplatz ziemlich laut, in Ferrara muß man sich frühzeitig beim jährlichen Straßenmusikfestival anmelden, und nur die Besten werden ausgesucht. Für Alex kein Problem. Er ist einer der weltbesten Marimbaphonspieler mit klassischer Ausbildung und Plattenvertrag beim BMG. Doch mehr als in Konzertsäle zieht es Alex und sein hölzernes Xylophon auf die Straße. Hier ist er sein eigener Chef, hier trifft er an guten Tagen 20.000 Menschen, hier kann er mit seinem schnoddrigen Broadway-Charme in sieben Sprachen die Menschen zum lachen und zum zuhören bringen. Musik, die für zehn Finger und das Klavier geschrieben wurde, interpretiert er virtuos mit vier Klöppeln. Im Großstadtlärm ist Alex mit seinen Beethoven- und Bach-Interpretationen für viele Menschen eine unerwartete Oase. Die Schwielen an seinen Fingern verraten, daß es Schwerstarbeit ist. Er verdient gut dabei. Das muß er auch als Vater von neun Kindern, die in Tel Aviv leben. Neben Tel Aviv sind München und Berlin seine Wohnsitze.

Was sind die Geheimnisse eines erfolgreichen Straßenmusikers? Wie lebt er als klassischer Musiker, der auf der Straße auftritt, als traditioneller Jude in Deutschland, als Amerikaner in Europa?

Der Film begleitet Alex bei seinen Reisen und Auftritten. Er ist ein pfiffiger Reiseführer, schließlich kennt er die Infrastruktur von 300 europäischen Großstädten in- und auswendig: die preiswertesten Unterkünfte, die besten Parkplätze, die attraktivsten Cafés, die tolerantesten Polizisten Europas, und natürlich auch die jüdischen Lebensmittelgeschäfte. Wir lernen die Welt aus einer ungewöhnlichen Perspektive kennen, denn die besten Geschichten liegen nun einmal auf der Straße. Ein Film über unterschiedliche Identitäten, die Geschichte eines wirklichen „Global Players“.

Mehr über Alex hier

Eine Produktion von

SWR

Ein Film von

Sigrid Faltin

Jahr

2012

Länge

30 Min.

Team

  • Buch und Regie: Sigrid Faltin
  • Kamera: Christian Zecha
  • Schnitt: Isabelle Allgeier
  • Ton: Michael Geißer
  • Sprecherin: Birgit Klaus
  • Redaktion: Mechthild Rüther

„Wir machen Dokumentarfilme. Uns interessiert das wahre Leben.“
Sigrid Faltin, white pepper Film

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