Chronistin in dunkler Zeit

Die Freiburger Journalistin Käthe Vordtriede

Sie war eine Powerfrau. Die erste Freiburger Journalistin, Politikerin, alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, eine Sozialistin aus dem Großbürgertum: Käthe Vordtriede. Was hätte aus ihr werden können - eine Alice Schwarzer, eine Gräfin Dönhoff? Die Nazis machten aus ihr – eine jüdische Putzfrau.

1933 belegten die Nazis sie mit Berufsverbot – aber sie schrieb trotzdem weiter: pointiert und hellwach, sarkastisch und humorvoll. In Briefen an ihren Sohn Werner, in einem Beitrag zu einem Preisausschreiben der Harvard-Universität beschrieb sie die Gleichschaltung Freiburgs: wie ihre Redaktionsräume von den Nazis verwüstet werden; wie der Blockwart sie bespitzelte; wie sie die Pogromnacht erlebte. Ihre Briefe und ihre Autobiographie sind inzwischen als Bücher erschienen und haben für Furore gesorgt.

Käthe Vordtriede gelang es schließlich, über die Schweiz nach New York zu flüchten. Dort schlug sie sich als Putz- und Kinderfrau durch. 1964, kurz bevor sie zurück nach Deutschland ziehen will, starb sie in New York. Es dauerte eine Woche, bis sie gefunden wurde ...

"Landesschau unterwegs" begab sich auf Spurensuche nach Käthe Vordtriede: in Freiburg, in der Schweiz, in New York. Zusammen mit ehemaligen Nachbarn und Freunden erinnert der Film an die erste Freiburger Journalistin und zeichnet das Bild einer ungewöhnlichen Frau.

Badische Zeitung:
Sigrid Faltins sorgfältig und in der künstlerischen Bildgestaltung aufwändig gearbeiteter Filmbeitrag deutet die hinter den Fakten stehende Tragödie dieses Lebens an, ohne sie voyeuristisch auszubeuten.

Buchtipp:

Es ist mir noch wie ein Traum, daß mir diese abenteuerliche Flucht gelang, herausgegeben von Manfred Bosch, Libelle Verlag Lengwil (Schweiz), € 22,50

Es gibt Zeiten, in denen man welkt, herausgegeben von Detlef Garz, Libelle Verlag Lenwil (Schweiz), € 19,95

Ein Sendungsmitschnitt erhalten Sie gegen Zusendung eines V-Schecks in Höhe von € 25 bei SWR Media GmbH, D 76522 Baden-Baden

Wiederholung

Wieder zu sehen am 21.2.2015 um 18.30 Uhr in der Zehntscheuer in Freiburg-Haslach, Markgrafenstraße

Eine Produktion von

SWR

Ein Film von

Sigrid Faltin

Jahr

2001

Länge

30 Min.

Team

  • Kamera: Hardy Ottersbach
  • Ton: Stefan Sommer
  • Schnitt: Horst Hildbrand

Online hier

„Wir machen Dokumentarfilme. Uns interessiert das wahre Leben.“
Sigrid Faltin, white pepper Film

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