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Die Amerikaner und die Pfälzerinnen

Seit 1945 haben mehr als 22 Millionen Amerikaner in Westdeutschland gelebt und gearbeitet, die allermeisten von ihnen als Mitglied der US-Streitkräfte. 1950, mit dem Ausbruch der Korea-Krise und des Kalten Krieges, kamen die US-Streitkräfte in der Pfalz an. Das kleine Örtchen Baumholder mit 2.500 Einwohnern wurde binnen weniger Jahre Militärstützpunkt für 30.000 amerikanische Soldaten. Kaiserslautern mit 80.000 Einwohnern standen 40.000 GIs gegenüber. So wurden die Westpfalz und der Westrich zur Drehscheibe der Weltgeschichte, denn die Doktrin der Amerikaner lautete: „In Deutschland wird der Weltfrieden verteidigt.“

Was bedeutete das für Orte wie Baumholder, Birkenfeld, Lautzenhausen, Ramstein? Wie wirkten Deutsche und Amerikaner aufeinander, wie gingen sie miteinander um? Warum erklärte der Deutsche Bundestag 1952 diese Region zum „sittlichen Notstandsgebiet“?

Die Konfrontation des lockeren amerikanischen Lebensstils mit den post-nazistischen verunsicherten Deutschen führte zu Friktionen. Konservative Kreise wie Kirchenvertreter beschwerten sich über Bars, die eigentlich Bordelle seien. Tatsächlich tauchten regelmäßig am Payday in Baumholder auswärtige Frauen in den 40 Bars von Baumholder auf und amüsierten sich mit den G.I.’s. Die Bars, größtenteils in den Händen von jüdischen Displaced Persons, waren strikt nach Rassen getrennt – inoffiziell. Wenn ein farbiger Soldat in einer Bar für weiße Kameraden auftauchte, gab es Ärger. Und noch mehr Streit gab es, wenn ein farbiger G.I. mit einem deutschen Mädchen ausging. Da waren sich die weißen Amerikaner und Deutschen einig: Das ist Rassenschande.

Während die weißen amerikanischen Soldaten oft Heimweh hatten und sich in der ländlichen Region nicht wohl fühlten, bedeutete die Stationierung für afroamerikanische Gis oftmals Freiheit von Rassismus und Rassentrennung, die sie in den USA erleiden mußten.

Der Film erzählt anhand von Archivmaterial aus jener Zeit und Interviews mit Zeitzeugen ein Kapitel deutsch-amerikanischer Freundschaft, das gerade heute, wo die amerikanischen Soldaten aus Deutschland abgezogen werden sollen, aktueller denn je ist.

Die Dokumentation ergänzt den dreiteiligen Spielfilm „Litte America“ des SWR über zwei junge Pfälzerinnen, die sich 1952 in GI’s verlieben. 

Erstausstrahlung

geplant für Herbst 2021

Eine Produktion von

SWR

Ein Film von

Sigrid Faltin

Jahr

2021

Länge

30/45 Min.

Team

n. n. b.


„Wir machen Dokumentarfilme. Uns interessiert das wahre Leben.“
Sigrid Faltin, white pepper Film

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